passage

passage

25. Juni 2016

Die eine Hälfte

Nun hat die eine Hälfte + 1 entschieden, dass sie aus der EU möchte. Das ist legitim, aber zeigt auch die Gefahren, die von einer direkten Demokratie ausgehen können. Was macht die andere Hälfte von England? Die Entscheidung ist abgelaufen wie bei einer Wette, einfach ausgelöst von einem Politiker, der damit auch über das Schicksal einer ganzen Nation entscheidet als ob das eine Spiel wäre. Wie sich herausgestellt hat, war es ein Festschmaus für alle Populisten. 

24. Juni 2016

Nationalismus

In Europa nimmt der Nationalismus mit seinen Strömungen wieder Fahrt auf. England verlässt nun die Europäische Union. Ein wirkliches Desaster. Woher kommt dieser Wunsch nach einer ausschließlich nationalen Identität? Vieles scheint der Ausdruck des trügerischen Gefühls: 'früher war alles besser'. Man verschönert in seiner Phantasie die geschichtliche Vergangenheit.

12. Juni 2016

Fussballfest

Nun findet in Frankreich ein großes Fussballfest statt. Es muss wohl so sein; niemand scheint die große Präsenz an Sicherheitskräften zu stören. Mediale hysterische Freude scheint angesagt. Der Sport als Veranstaltung im Ausnahmezustand. Wer bei diesem Freudenfest nicht mit macht, dem scheint das Abseits zu drohen, auch wenn dieses Fest ein Ausdruck der Verzweiflung ist. (was die konkreten Probleme in Frankreich betrifft, die ungelöst sind). Mich erinnert die momentane Szenerie an ein Bild auf der Titanic, kurz bevor ein Eisberg das Schiff zum Sinken bringt.

5. Juni 2016

prekär

Was ist die Steigerungsform von 'prekär'? Vielleicht gibt es ja bald super-prekäre Arbeitsverhältnisse. Das Angebot an billigen und willigen Arbeitskräften ist groß. Was bedeutet das für den Wert der Solidarität, was für die Solidarität in der Gesellschaft?

21. Mai 2016

Im Namen der Vernunft

Das Töten von Kücken ist legitim weil vernünftig; so urteilt nun ein Gericht und erlaubt das massenhafte Töten.  Ein Beispiel für den Missbrauch des Begriffs Vernunft. Die Natur scheint so nur noch als Material legitimiert.

8. Mai 2016

William Faulkner

Lese 'Licht im August'. Der 'letzte Mensch'(Nietzsche), der, der alles kleinmachen muss, lebt wohl auch in den Südstaaten der USA. Was für Verstrickungen aus Gemeinheit und Bösartigkeiten. Schön erzählt. Die Geschichte rollt unerbittlich in verschiedenen Zeitfäden voran. Und wieder der Konflikt zwischen Black und White, eingebrannt, wie unauslöschlich in das Erbe dieses Landes.

5. Mai 2016

Was für ein Sprung

Den Jargon der Eigentlichkeit - ein wenig erleichtert - verlassen (Jaspers). Von der Existenzphilosophie hinüber in die Südstaaten der USA, zum Leiden der Kreatur in erbärmlichen sozialen Verhältnissen. Lese William Faulkner, Licht im August. 

29. April 2016

Der Mann vom Mond

Lese Blumenberg, Der Mann vom Mond. Es sind Studien über Ernst Jünger. Ein interessanter Hinweis: Wo das Absolute im Spiel ist, versucht es sich Respekt zu verschaffen durch ein Bilderverbot. Jünger war in diesem Sinne phantasiearm.

17. April 2016

Es gibt doch nichts

Folgt die Politik nicht verbal zunehmend dem Motto: "Es gibt doch nichts, was es nicht gibt". Sollte das womöglich der Ausdruck eines praktizierten Nihilismus sein?