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19. Mai 2017

Auf einem Dampfer der Zivilisation

Kafka erzählt  in "Ein Bericht für eine Akademie" von einem Affen, der zum Menschen werden soll. Eingesperrt in einen Käfig auf dem Deck des Zirkus Hagenbeck soll er zur Aufnahme in die Menschenwelt dressiert werden.
Es erinnert an eine These von Darwin. Aber es ist auch ein interessanter Stoff für die Philosophie. Es geht nicht um Freiheit im Sinne einer Menschwerdung und die Bedeutung des Bewusstseins für diesen Prozess sondern ums reine Überleben mittels Anpassung, auf diesem Dampfer der abendländischen Zivilisation. Zur Lektüre sehr zu empfehlen. Ich hatte das Glück, den Stoff als Theaterstück in Marburg zu erleben.

2. Mai 2017

Lust am Schreiben

Es gibt sie, die Lust am Schreiben. Ein Autor schreibt nicht nur für andere. Aber wer versteht diese Lust? Wohl nur der, der sie auch beim Schreiben erfährt. Und das sind vermutlich wenige. Ein besonderes Extrem stellt Nietzsche dar, der nur für sich schreibt, so behauptet er.(mihi ipsi scripsi) Das andere Extrem ist allerdings eine Kultur der Rezeption, die zum ausschließlichen Zwang wird.

20. April 2017

Wenn die Fahne fliegt

>Wenn die Fahne fliegt, ist der Verstand in der Trompete<. Ein ukrainisches Sprichwort. (Konrad Lorenz, über das sogenannte Böse)

8. April 2017

wahrscheinlich war es so

An die Stelle von Fakten tritt nun im politischen Geschehen die Vermutung als Rechtfertigung für das Handeln. Eine Überprüfung erscheint nicht mehr als notwendig. Zeitmangel übernimmt die Regie. Man stimmt dem zu, was als wahrscheinlich gilt. 

2. April 2017

Das Sanduhrbuch

Lese gerade >Das Sanduhrbuch<  von Ernst Jünger. Dort wird eine Zeit der Sanduhren der mechanischen, wie er es nennt >abstrakten< Zeitmessung entgegen gesetzt. Aber gibt es eine Essenz der Zeit, so wie Jünger das nahelegt? Wohl kaum. Was es gibt, ist die Anziehung, die das Versprechen einer natürlichen Zeit und ihre besondere Wahrnehmung ausübt.

23. März 2017

Wem das Herz voll ist

Die Lektüre von Ernst Jüngers 'Das abenteuerliche Herz' erinnert mich u.a. ein wenig an einen Spruch aus dem 'Sturm und Drang': Wem das Herz voll ist, dem ist nichts in der Welt leer. Statt Veränderung der empirischen Verhältnisse wählt man den möglichen Weg in eine Kultivierung der Empfindsamkeit.

16. März 2017

Sinn und Beschleunigung

Setzt man einmal voraus, dass Beschleunigung durchaus einen Sinn haben kann, wenn es ein Ziel gibt, so stellt sich die Frage, wie es in einer Zivilisation aussieht, in der Beschleunigung zum Selbstzweck und Wert wird?